Die Zeit auf Camiguin mit Tauchen
und Freunde treffen hat uns gut getan. Das Wasser finden wir zwar noch recht
kühl (26°), aber die reiche und interessante Unterwasserwelt liess uns das Frösteln
oft vergessen. Es ist schön zu sehen, dass unser Makro-Paradies auch andere
Taucher fasziniert und wir zeigen ihnen auch gerne die Oktopusse,
Nacktschnecken oder speziellen Fische.- ein flamboyant cuttlefish, ca 5 cm gross. Er zeigt nur seine Farben, wenn er bedroht oder aufgeregt ist
Eine Cyerce elegans - in Camiguin haben wir diese Nacktschnecke noch nie gesehen, jetzt hat es viele in verschiedenen Grössen: diese ist mit ca 5 cm sehr gross.
Dieser junge Kofferfisch war vielleicht 2-3 mm gross.. weitere Unterwasserfotos für Interessierte am Ende des Blogbeitrags.

Nun sind wir wieder in Calaanan
am Arbeiten. Zuerst machten wir Interviews mit den Senior High Schülern zu
ihren Plänen für das Collegestudium ab August. Weil es so viele waren, teilten
wir uns in zwei Gruppen auf: Mäge mit Aiza und ich mit Keno. Bei Mäge war ein
Junge, der allein lebt und dessen Mutter ihm einmal im Tag Essen bringt. Er
muss zum Haus schauen und weil er es oft nicht schaffe, pünktlich in der Schule
zu sein, verpasse er oft die erste Stunde. Wir geben ihm eine Chance für ein
Polizei-Studium und hoffen, dass er es fachlich und organisatorisch schafft.
Die meisten anderen Studenten haben sich an die Vorgaben gehalten und sich um
weitere Unterstützungsmöglichkeiten gekümmert. Die etwas fauleren mussten
nochmals gewarnt werden, denn nur noch auf Batulong-Unterstützung zu hoffen,
reicht nicht: bei rund 100 College-Studenten zählt jedes zusätzliche Stipendium,
um die Kosten zu senken. Zwei Tage später hatten wir ein Meeting mit einer Berufsschule von der Stadt aus, die neue Programme anbieten, vor allem für
Schüler, die kein ganzes Studium absolvieren wollen. Da sind (An)Lehren vom
Sanitär, Schreiner oder Schweisser bis zur Mitarbeiterin im Gesundheitszentrum die 1 bis 6 Monate dauern
oder einer Kurzlehre für die Arbeit im Hotel oder Restaurant.
Für uns als Hilfswerk ist es
natürlich elementar zu wissen, wie viel welche Colleges kosten und welche Studiengänge
angeboten werden. In dieser Hinsicht sind unsere Mitarbeiter – die ja
eigentlich Digital Natives sein sollten und mit Internet und Social Media aufgewachsen
sind – noch zu wenig versiert. Es braucht immer noch unser Coaching in Bezug
auf Informationsbeschaffung, Anfragen über Facebook (alles läuft auf den
Philippinen über diese Plattform), Mails schreiben oder wenn Keno ein College
anruft, um nach den Studienpreisen zu fragen. Es ist zu bemerken, dass die
Colleges auch sehr zurückhaltend und restriktiv sind mit ihren Infos und man
sich nicht gleich abwimmeln lassen darf.
Wir mussten einen neuen Platz für unser Sommercamp und das
Retreat für die College-Studenten finden, weil die Preise auf der biologischen
Farm um 50% erhöht wurden! Keno fand zwei mögliche neue Orte und der erste war
ein schönes Camp am Meer, geleitet von einer christlichen Kirche aus Amerika
(word of life). Die Umgebung war traumhaft und es hätte viel Platz gehabt für
unsere Studenten, aber dann begann die Frau, die uns durch das Gelände führte,
von ihren Konditionen zu erzählen. Sie wollten natürlich ihre Botschaft verbreiten
und es war zumindest mir klar, dass wir zwar unser Programm durchführen
könnten, sie aber zusätzlich noch ihre christlichen Lehren einfügen möchten.
Dann ging sie sofort zu den Hausregeln über: keine weltliche Musik ist erlaubt
und bei christlicher, auch keine Rockmusik !?!. Das war dann für Keno ein Problem,
weil am letzten Abend jeweils eine Talentnacht stattfindet mit Singen und
Tanzen. Ganz klar, das Ganze passt nicht zu unserer Überzeugung, eine religös neutrale
Organisation zu sein, in der auch z.B muslimische Kinder sind, und es war mir
klar, dass bei solchen strikten Regeln noch weitere hinzukommen würden
(betreffend Geschlechter, LGBTQ+ Personen, Kleidung usw). Als ich ihr als
Reaktion sagte, sie seien aber eine krass fundamentalistische Gemeinschaft, lachte
sie mich happy an und sagte «yes!» :-O. Rein aus Interesse googlete ich die «Kirche»
später und las, dass sie eher in Richtung Sekte gehen und in Amerika ein Fall
von Kindstötung wegen Züchtigung untersucht wurde!


Der zweite Ort, den wir besuchten, liegt auf dem Land. Über
eine Hängebrücke betritt man die Kokosnuss-Plantage, die jetzt für
Camping-Events umgebaut wird. Einiges ist noch im Aufbau, aber es gefällt uns
gut dort, der Besitzer ist nett und wir sind sehr froh, dass wir etwas gefunden
haben, das für unsere Teenager hoffentlich ein super Erlebnis sein wird. Unsere
beiden 3-tägigen Camping-Events werden mit 70 (High School) und ca 140 (Senior High
und College) Studenten stattfinden. Dies wird sicher eine Herausforderung, aber mit Aiza
und Keno als Organisatoren und der Mitarbeit von Hilfsleitern (College Studenten) wird dies schon klappen.

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Weil auf dem Gelände nur 22 bestehende Schlafplätze sind, packen wir am
Nachmittag als erstes unsere Zelte aus, um den Zustand zu checken und
Reparaturen durchzuführen. Fast vergessen haben wir das grosse Zelt, das wir
auf einem unserer Hausbesuche gekauft hatten und 2011 nach der Sendong-Flut Teil
der grossen Zeltstädte mit hunderten von Zelten bei uns in Calaanan war.  |
ein Shelter Zelt von 2011
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Es
braucht schon einige Helfer, das grosse Zelt für ca 10 Pesonen aufzustellen,
aber es ist immer noch in gutem Zustand und wir werden es gut gebrauchen
können. Mit unseren vielen Senior High und College-Studenten benötigen wir aber
noch viele weitere Zelte, die wir nächste Woche online bestellen werden. Für
die meisten Teenager wird dies das erste Mal sein, dass sie in einem Zelt
schlafen – sicher ein spannendes und lehrreiches Erlebnis.
Manchmal ist es unmöglich, auf den Philippinen etwas zu planen:
plötzlich ändern sich Fahrpläne oder – in Bezug auf die Schule – wird kurzfristig
ein Frei-Tag eingeschoben, z.B letzte Woche am Montag (weil Dienstag und
Mittwoch offizielle Feiertage waren). Nichts gegen einen Brückentag, aber warum
kann man dies nicht schon viel vorher kommunizieren? Gerade lesen wir, dass
morgen und übermorgen auch keine Schule stattfindet – dies wurde gestern, Samstag,
bekannt gemacht. Wer kein Facebook hat, wird wohl sein Kind zur Schule schicken
… Als Grund wird angegeben, dass diese Tage genutzt werden können, um
unerledigte Arbeiten fertigzustellen. Die Lehrer dürfen zu Hause bleiben….
Kein Wunder, ist planen für viele Filipinos so schwierig: oftmals
hat es schlicht keinen Sinn, etwas im Voraus zu organisieren, weil es eh nicht
sicher ist, dass es so stattfindet.
Nun also noch ein paar Naturfotos von Unter Wasser:
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leuchtende Nacktschnecke mit kleinem Häuschen-Rest
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Cyerce pavonina - eine Nacktschnecke
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Ein Krebschen, das auf einer Seegurke lebt
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Wunderpus, recht entspannt
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zwei Thordisa-Nacktschnecken auf einem Stück Stoff
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Schon lange haben wir keine Thecacera Nacktschnecke gesehen
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Diese super kleinen Stiliger Nacktschnecken sind eine grosse Herausforderung für die Fotografin
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zwei verschiedene junge Anglerfische, vielleicht 5 mm - 1 cm
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Schöne Miamira sinuata - Nacktschnecke
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Langarm Oktopus
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Blauring Oktopus
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der seltene Ambon Skorpionfisch
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