Good bye Philippines ...

 Die letzte Arbeitswoche auf den Philippinen


Wir geniessen das Wochenende und spazieren etwas durch die Stadt. Cagayan ist nicht schön, es ist eine Stadt wie jede andere, auch wenn sie sich «Stadt der Freundschaft» nennt. Die Leute sind aber freundlich und wir fühlen uns sicher. Die Stadtregierung versucht die Strassen mehr oder weniger sauber zu halten, aber es scheint leider als wären die Kehrricht-Entsorgungs-Organisationen überfordert. Auf unserem morgendlichen 1 km – Gang zum Kreisel, wo wir den Bus abfangen, ist neben der Strasse noch ein Stück Grünfläche mit Bäumen und einem Bach. Man hört Vögel zwitschern und es wäre eigentlich ein wunderbarer Ort, eine Oase in der Stadt. Aber der Abfall von der Strasse und von sonst wo (wir sehen Toiletten, Autopneus usw. )wird einfach über die Leitplanke geworfen und modert dort vor sich hin. Die meisten


Filipinos empfinden Abfall und Abgase sowie starken Rauch und Lärm als viel weniger störend als wir. Und ein Umweltschutz-Bewusstsein ist leider praktisch nicht zu finden, auch bei wohlsituierten Bürgern. So kann es sein, dass jemand seinen Fahrer dazu anhält, während er im Restaurant sitzt, den Motor des SUV laufen zu lassen, damit das Auto schön kalt ist, wenn er wieder zurückkommt.


Am Montagmorgen wird Mäge mit einer kleinen Geburtstagsparty bei uns im Center überrascht. Singende Eltern und Studenten, diverse Kuchen und Früchte und eine fröhliche, ausgelassene Stimmung. So beginnt die Woche doch wunderbar. Etwas später kommt der Glacé-Wagen, der für alle Kinder Mango- und Schokoladenglacé verteilt.




Bei Jacklyn wurde diesen Sommer der äussere Teil der Gaumen- und Lippenspalte operiert. Funktionell ist alles gut, aber wegen einer Infektion bestehen immer noch zwei Spalten und unser Meinung nach sollte eine weitere kosmetische Operation Jacklyn’s Aussehen weiter verbessern. Die Operation soll zwischen Weihnachten und Neujahr stattfinden, damit das Mädchen keine Schullektionen verpasst.

Wir sind sehr froh um unser grösseres Büro – die Investition hat sich gelohnt! Es ist viel kühler und geräumiger und angenehmer zum Arbeiten. Mäge und ich können mit unseren Laptops an einem Tisch sitzen (vorher hatte es immer nur für einen Platz). Gerade sitzt hier eine Gruppe von Frauen, alle aus dem etwas entfernteren Pamalihi, wo wir aber auch Familien / Kinder unterstützen.

Aiza interviewt die Witwe mit 9 Kindern

Eine Mutter hat 9 Kinder und ihr Mann ist letzten August gestorben. Ihre Arbeit ist Frühlingsrollen rollen und einpacken in einer kleinen Fabrik. Einkommen pro Woche etwa 23 Franken.

Bei einer anderen Frau geht es auch um die Enkelkinder. Die Tochter und ihre drei Kinder wohnen bei den Grosseltern, welche Hauswart eines Privathauses sind. Sie dürfen dort wohnen und essen, verdienen aber nichts Zusätzliches. Für die Ausgaben des täglichen Lebens verkaufen sie Gemüse aus dem Garten.

Eine Grossmutter verkauft auch Gemüse, dies wird auf einer Farm, die der Mann bewirtschaftet, angebaut. Der Mais von dort dient dem eigenen Konsum. Manchmal ist es für uns unbegreiflich, wie die Leute überleben! Sie verdienen 800 Pesos die Woche – etwa 12 Franken.

Eine andere Frau bittet nicht für sich um Unterstützung, sondern für zwei Cousins, die sie unterstützt. Zuerst sagte sie, ihr Mann sei Polizist und dieses Einkommen sollte eigentlich reichen, um noch etwas Schulmaterial für Verwandte zu zahlen, aber dann stellt sich heraus, dass die eigenen Kinder teilweise in teuren Colleges sind und die Mutter einem Online-Betrug / Scam aufgesessen ist. Die Familie hat sehr hohe Schulden, die direkt vom Lohn des Vaters abgezogen werden. In diesem Fall – und eher, um zu sehen, ob die Geschichte +- stimmt, verlangen wir eine Lohnabrechnung vom Arbeitgeber. Wenn die Geschichte aber stimmt, sind wir gerne bereit, die Cousins der Frau zu unterstützen.

Am Tag arbeiten, in der Nacht studieren....


Ein junger College-Student kommt zu uns und bittet um Unterstützung. Für sein Studium arbeitet er 3 Tage pro Woche auf dem Bau als Maler und 2 Tage sind Präsenzunterricht. An seinen Arbeitstagen findet Online-Unterricht statt, den er in der Nacht (nach dem Arbeitstag) nachholt. Seine Eltern unterstützen ihn nicht, denn sie wollten, dass er nach der obligatorischen Schulzeit arbeiten geht. Wie faszinierend, so einen motivierten Menschen zu treffen und wir unterstützen ihn gerne in seiner Ausbildung.

Eine volle und intensive Woche geht zu Ende. Für Mäge und mich hiess es, aktiv zuzuhören, Fragen zu stellen (vermutlich nerven wir zwischendurch), Dinge anzupacken und beim Finden von Lösungen zu helfen. Ich habe ein bisschen mehr das Gefühl fürs Bisaya bekommen, sodass ich manchmal ganzen Teilen von Konversationen folgen kann.

Wir reisen weiter im Wissen, dass unsere Mitarbeiter gut arbeiten und sich sehr viel Mühe geben, das Hilfswerk gut und verantwortungsvoll zu führen. Und wir sind ja online immer nur einen Klick weit entfernt.

Unsere Reise geht weiter nach Indonesien an den Ort, an dem wir (glücklicherweise) am Anfang der Pandemie stecken geblieben sind. Es wird bestimmt nicht mehr so ruhig sein wie in Zeiten der Pandemie, aber wir freuen uns trotzdem sehr. Jetzt müssen wir einfach noch die Reise hinter uns bringen: morgen früh Flug nach Cebu, am Nachmittag Flug nach Singapur und dort auf dem Flughafen irgendwo übernachten, am nächsten Morgen Flug nach Manado. Von dort nach Bitung und mit dem Boot zur Insel Lembeh. Wir leisten uns einen Abholservice vom Flughafen.. wer weiss, wie fit wir am Morgen nach der Flughafen-Nacht sind 😊. Bis zu unserem nächsten Blog, dann wieder mit Unterwasser-Bildern.

Danke fürs Lesen!

Noch ein paar Eindrücke von unserem Kochteam:


Reis, noch ungekocht, er kommt in den grossen Topf über dem Feuer

Whitey wurden die Fäden am Ohr entfernt und sie wird nächste Woche ohne Kragen sein können. Das Hängeohr wird wohl bleiben..

 

 

Kommentare

Anonym hat gesagt…
Ich wünsche einen guten Flug und schöne Ferien.
Es sieht so aus als ob Sir Max ausreichend gefeiert wurde :) Liebe Grüsse aus der verschneiten Schweiz sendet euch Mägi