Meistens positiv und sonnig :-)

Irgendwo auf der Strasse - Weihnachtdekoration selbst gemacht

Wir verbrachten nochmals Zeit in Camiguin auf der Suche nach Nacktschnecken – solche, die den letzten Taifun überlebt hatten.  Es war nicht einfach, aber ab und zu wurden wir doch mit den wenige Millimeter kleinen Tierchen belohnt.


ein paar Millimeter gross und doch so hübsch :-)
Ebenfalls auf Camiguin hatten wir noch ein Gespräch mit einer College-Studentin, die in Cagayan studiert und weitere Unterstützung benötigt. Sie würde von Batulong ein Teilstipdendium erhalten, z. B die sehr teuren Bücher im Studium zur Krankenschwester, aber ob sie das Angebot annimmt, ist noch unklar. 

Zurück in Calaanan kauften wir zwei dringend benötigte Laptops für College-Studenten – sie dürfen dann hier im Center (mit gutem Internet) oder für höchstens zwei Tage zu Hause ausgeliehen werden, wenn sie Schulprojekte haben. Aber zwei Computer für 77 College-Studenten ist zu wenig und wenn möglich würden wir gerne noch weitere Laptops zum Ausleihen haben. Vielleicht hat jemand von euch Lesern einen Laptop abzugeben (Win10 muss es sein), den wir dann auf unseren nächsten Reisen hierher mitnehmen könnten?

Gerade ist unser «ewiger Student», Marben, ins Center gekommen und hat freudig erzählt, dass er das letzte Fach, das ihm seit 3 Jahren zum Abschluss fehlt, bestanden hat. Er studiert Criminology, also Polizist, und er hat schon längst eine Familie und arbeitet, aber er wollte das Studium unbedingt abschliessen, nur hat es mit diesem letzten Fach nicht geklappt, bis jetzt. Zwar muss er noch ein board exam hinzufügen, aber das schaffen wir schon noch 😊. Marben ist das am längsten unterstützte Batulong-Kind, von ganz am Anfang, 2008 bis jetzt, respektive wenn er dann das Zusatz-Examen bestanden hat.   

Seit 2008 von Batulong unterstützt.. jetzt hat er die letzte Prüfung geschafft!

Marben 2008

An zwei Tagen machten wir Hausbesuche bei Familien, die um Unterstützung für ihr Kind anfragten. Normalerweise wählen wir von z.B 3 Kindern nur eines aus, wenn es 5 Kinder sind, vielleicht 2, je nach Einkommen und Lebensumstände. In ein paar Fällen unterstützen wir zukünftig aber mehr und in einem Fall bei einer alleinstehenden Mutter alle drei Kinder. Sie lebt in einer kleinen Hütte oben an einem Hügel, ohne Strom, ohne Wasser und ohne WC. Dass in dieses Häuschen 4 Personen passen, ist für uns gar nicht nachvollziehbar. Oftmals wagen wir kaum ein solches Haus zu betreten aus Angst, der Bambuslatten-Boden könnte unter unserem Gewicht einbrechen.

   


Die Suche nach den Adressen anhand der Wegbeschreibungen ist immer ein kleines Abenteuer! Wir fragen dann jeweils in der Nachbarschaft, bis jemand die Leute kennt und uns weitere Informationen geben kann. In einem Fall sagte eine Frau «ja hier».. und wir mussten durch ihr Wohnzimmer, dann durch einen sehr engen Spalt zwischen zwei Häusern (wer den Bachtelspalt kennt, weiss wie eng) wieder hinten aus dem Haus hinaus und etwas weiter den Hügel hinauf, wo ihre Schwester mit den Kindern wohnt.

Am Freitag fand dann die Orientierung für die Eltern der neu aufgenommenen Kinder statt. Da deren Bildung von Analphabeten mit kaum Schulbildung bis zu College-Abgängern sein kann, musste Keno ausgiebig und genau erklären, wie die Einteilung der Kinder zum Essen oder der Eltern zum Kochen ist, welche Kinder an welchen Events teilnehmen können und wann und wie die Material-Ausgabe funktioniert.


 

 

 

 

 

Schöne Überraschung während der Büroarbeit: unsere Hauswartin bringt "buko juice", Fleisch und Saft der "jungen" Kokosnuss

 


Kurioses

Nach bald 40 Jahren Philippinenreisen können uns immer noch Dinge verblüffen, positiv oder negativ. Gestern Abend in einem lokalen Restaurant war neben uns ein Paar (Ausländer mit Filipina) mit einer ca. 10-jährigen Tochter. Wie leider sehr üblich, hängen die Filipinos immer am Handy und meist auch während des Essens. Die Tochter scrollte neben ihrem Teller durch Tiktok und – für uns völlig unbegreiflich –schnitt ihr die Mutter jeweils das Fleisch und bereitete ihr einen Löffel mit Fleisch und Reis vor, den die Tochter dann mit der anderen Hand in den Mund schieben konnte. Dass Eltern ihre Kinder bis ins Kindergartenalter füttern, haben wir schon oft erlebt. Aber einem Teenager das Essen vorbereiten, damit er tiktoken kann? 🙈

Kommentare